Wenn heimische Fische auf kreatives Küchenhandwerk treffen, sind wieder BodenseefischWochen. Auch 2026 laden teilnehmende Gastronomiebetriebe dazu ein, die Vielfalt der Bodenseefische neu zu entdecken. Und zwar vom 14. September bis 11. Oktober 2026. Mit dabei ist Hubert Neidhart vom Grünen Baum in Moos – Gutes vom See Mitglied – der sich seit vielen Jahren für den traditionellen Wildfang und eine authentische Bodenseeküche engagiert.
Für Neidhart sind die BodenseefischWochen eine wichtige Gelegenheit, den Blick auf das zu lenken, was direkt vor unserer Haustür zu finden ist. Über 20 verschiedene Süßwasserfischarten leben im Bodensee und bieten Köchen eine spannende kulinarische Vielfalt. Je nachdem, was die Fischer am Morgen aus dem See holen, entstehen daraus Gerichte mit Felchen, Kretzer, Wels und anderen heimischen Arten.
Vom See direkt in die Küche
Im Grünen Baum beginnt ein typischer Tag während der Fischwochen mit dem Fang des Fischers. Erst dann entscheidet sich, welche Gerichte daraus entstehen können. Genau diese Nähe zum natürlichen Angebot macht für Hubert Neidhart den Reiz aus: Statt sich auf wenige bekannte Arten zu beschränken, soll die ganze Vielfalt des Bodensees kulinarisch genutzt werden.
Dass Süßwasserfische geschmacklich hinter Meeresfischen zurückstehen, lässt der erfahrene Koch nicht gelten. Lebensraum, Nahrung, Temperatur und Bewegung prägen Struktur und Geschmack eines wild aufgewachsenen Fisches. Besonders pur lässt sich das beispielsweise bei einem Felchen oder einer Schleie „blau“ erleben – schonend pochiert, mit wenigen Gewürzen, Wurzelgemüse, Butter und Kartoffeln.
Sein Tipp für die Zubereitung zu Hause: Fisch nicht zu heiß und nicht zu lange garen. Beim Pochieren sollte das Wasser etwa 85 °C nicht überschreiten. Beim Braten darf es anfangs heiß sein, anschließend sollte der Fisch bei niedriger Temperatur fertig ziehen und innen noch leicht glasig bleiben.
Traditionellen Fischfang erhalten
Hinter den BodenseefischWochen steht auch der Gedanke, die traditionelle Fischerei am Bodensee zu stärken. Im grenzüberschreitenden Bodenseefisch e.V. arbeiten Fischer und Köche aus der Dreiländerregion zusammen. Schonzeiten, begrenzte Fanggebiete und angepasste Fangzeiten sollen einen schonenden Umgang mit den Beständen unterstützen. Gleichzeitig sind Gastronomen und Gäste gefragt, die vorhandene Artenvielfalt stärker zu nutzen.
Wie spannend das sein kann, zeigt eine Geschichte, die Hubert Neidhart besonders in Erinnerung geblieben ist: In einem fangarmen Jahr brachte sein Fischer ausgerechnet zum Start der BodenseefischWochen einen 45 Kilogramm schweren Wels. Der damals noch wenig gefragte Fisch überzeugte die Gäste – und fand anschließend dauerhaft seinen Platz im kulinarischen Angebot.
Die BodenseefischWochen laden dazu ein, genau solche Entdeckungen zu machen: heimischen Wildfang genießen, Neues probieren und dabei die Menschen kennenlernen, die traditionelle Fischerei und regionale Kochkultur am Bodensee lebendig halten.
Regional. Wild. Genussvoll. – Die Vielfalt des Bodensees auf dem Teller entdecken.


